Änderungen regulatorischer Rahmenbedingungen schaffen ungleiche Verhältnisse

08.02.2017 15:00 | Pressemitteilung

Statkraft verzeichnete 2016 gestiegene Betriebszeiten seiner Gaskraftwerke. Jedoch erschweren zunehmend unausgewogene regulatorische Rahmenbedingungen auf Bundes- und EU-Ebene den Betrieb von umweltfreundlichen und flexiblen Technologien wie Gaskraftwerken und Speichern.

Düsseldorf/Essen, 8. Februar 2017. Statkraft, Europas größter Erzeuger erneuerbarer Energie, verzeichnete 2016 eine steigende Zahl von Betriebsstunden seiner Gaskraftwerke, warnt aber vor übermäßigem Optimismus: „Nach Jahren mit außerordentlich hohen Verlusten konnten wir, aufgrund positiver Marktentwicklungen im vergangenen Jahr, die festen Betriebskosten unserer Gaskraftwerke erwirtschaften. Von der Deckung der Investitionskosten sind wir jedoch nach wie vor weit entfernt“, erklärt Dr. Pieter Schipper, Geschäftsführer von Statkraft in Düsseldorf. 

Gaskraftwerke sind wichtige Partner der Energiewende. Sie sind flexibler als andere konventionelle Kraftwerke, bei gleichzeitig niedrigerem CO2-Ausstoß und würden den notwendigen schnellen Ausstieg aus der Kohle erleichtern. Die aktuelle politische Diskussion trägt dieser Tatsache jedoch nicht Rechnung. Damit die gesetzten Klimaziele 2020/2050 umsetzbar bleiben, halten wir es für wichtig, dass Gaskraftwerke nicht durch regulatorische Rahmenbedingungen von bestimmten Märkten ausgeschlossen werden.

Statkraft begrüßt positive Ansätze, wie die geplanten Änderungen der Gasnetzzugangsverordnung, die Gaskraftwerken den Zugriff auf Intraday-Gastransportkapazitäten ermöglichen und die ohnehin schon hohe Flexibilität von Gaskraftwerken untertägig erhöhen würden.

Transparente und diskriminierungsfreie Verfahren beibehalten

Beispiele wie der Entwurf zur Kapazitätsreserveverordnung zeigen jedoch, dass nicht alle Kraftwerkstechnologien gleichermaßen berücksichtigt werden. Ursprünglich als transparentes und diskriminierungsfreies Ausschreibungsverfahren geplant, drohen die Anforderungen für die Teilnahme an der Kapazitätsreserve Gaskraftwerken den Zugang zum Kapazitätsreservemarkt zu verwehren.

Gaskraftwerkbetreiber müssten gemäß dem Entwurf vor der Ausschreibung Gastransportkapazitäten mit Kosten in bis zu zweistelliger Millionenhöhe buchen – ohne zu wissen, ob sie den Zuschlag als Kapazitätsreservekraftwerk erhalten.   Klare Trennung von Aufgaben

Im Bereich des Netzausbaus drohen derzeit die aus gutem Grund klar definierten Grenzen zwischen den regulierten Monopolen der Netzbetreiber und den marktwirtschaftlich agierenden Kraftwerksbetreibern zu verwischen. Statkraft macht sich deshalb stark für eine unverändert klare Aufgabenteilung. Das betrifft auch das im EU-Winterpaket enthaltene Zugeständnis an Netzbetreiber, unter bestimmten Voraussetzungen dezentrale Speicher betreiben zu dürfen.

Der Betrieb von zusätzlichen Speichern durch Übertragungs- und Verteilnetzbetreiber ist aus Sicht von Statkraft allerdings weder sinnvoll, noch notwendig. Speicher, die am Markt allen Teilnehmern, inklusive Netzbetreibern, zur Verfügung stehen, sind flexibler einsetzbar und können wirtschaftlich rentabler betrieben werden.

Speichermöglichkeiten sind existentiell wichtig für die Systemstabilität und damit für die Energiewende. Bestehende Speicher dürfen weder durch die Schaffung ungleicher Verhältnisse, noch durch übermäßige finanzielle Belastungen infolge Netzumbaumaßnahmen gefährdet werden. Das wirkt den Herausforderungen beim Ausbau erneuerbarer Energien entgegen.

„Gaskraftwerke und Speicher bieten wichtige Lösungen für die großen Herausforderungen der Energiewende. Ihre Existenz durch die Schaffung ungleicher Verhältnisse zu gefährden, ist kurzsichtig und gefährdet letztendlich das Erreichen der klimapolitischen Ziele Deutschlands“, findet Schipper.

 

  • Anne Joeken

  • Judith Tranninger